Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und liegt in Europa.


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Berlin im Überblick

Größe: 3.562.166 Einwohner*innen (2014)
Höhe: 40 Meter über dem Meeresspiegel
Alter: 42,3 Jahre / Durchschnitt.
Jugend: 15,1 Prozent sind jünger als 18 Jahre.
Lohn: 1650 EUR im Monat / Durchschnitt
Gründung: 1237
Armut: 200.000 Kinder leben in Armut

Der Aufstieg zum politischen und industriellen Zentrum begann nach der Reichsgründung 1871. Berlin wuchs binnen weniger Jahre zu einer Millionenmetropole heran. Armut und Wohnungsnot prägten damals die Stadt. Viele Menschen zog es aus dem Land in die Stadt in der Hoffnung nach einem besseren Leben. Darunter auch Polen*innen, die damals eine Minderheit im Deutschen Reich waren. Insbesondere die Arbeiter*innen wohnten in beengten Verhältnissen. Eine vielköpfige Familie teilte sich eine Ein-Raum-Wohnung. Oftmals wurde das Bett zusätzlich an einen Schlafburschen vermietet. Klos gab es nur im Hof und zum Baden gingen die Berliner*innen in die Badeanstalten. In einer Wohnung in der Dunckerstraße ist diese Geschichte dokumentiert.

Auf der anderen Seite zeugten Prachtboulevards, wie die Straße Unter den Linden von der imperialen Größe der Stadt. 1884/85 fand in Berlin die Afrikakonferenz statt. Auf der Zusammenkunft von Vertreter*innen aus vielen europäischen Staaten wurde Afrika aufgeteilt. Heute zeugen Straßen, wie die Mohrenstraße, vom kolonialen Erbe der Stadt.

Berlin sollte als Hauptstadt Germania, nach den Plänen der Nazis zum Zentrum eines kolonialen Reiches vom Atlantik bis an den Ural in Russland werden. Berlin sollte Hauptstadt der arischen ›Rasse‹ werden. Prachtboulevards sollten die Überlegenheit gegenüber den unterworfenen Menschen darstellen. Dank dem Widerstand unzähliger Partisanen*innenverbände und der Invasion durch die Rote, die britische und die US-Armee wurden die Pläne nie Realität.

Mit dem Ende des II. Weltkriegs wurde Berlin geteilt. Die Mauer zerschnitt Ost und West 1961 bis 1989. Die Bevölkerungszahl sank von 4,1 Millionen (1943) auf unter 3,5 Millionen. Nach dem Mauerfall wird Berlin vor 25 Jahren wieder Hauptstadt im wiedervereinigten Deutschland. Vor allem Politiker*innen träumen nach dem wieder davon, dass Berlin zu einem imperialen Zentrum wird. Auf dem Potsdamer Platz entsteht die größte Baustelle Europas. Eine neue Innenstadt entsteht. Die Wirtschaftskrise zu Beginn des 21. Jahrhunderts führt jedoch zunächst dazu, dass Berlins Großprojekte stagnieren.

Inzwischen wird gebaut wie nie. Überall entstehen neue Büros, Einkaufszentren, Luxuswohnungen. Die Mieten steigen seit Jahren an. Bezahlbarer Wohnraum wird immer weniger. Insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen wird es immer schwieriger, angemessenen Wohnraum zu finden. Über 80 Prozent der Berliner*innen leben zur Miete. 200.000 Kinder leben in Berlin in Armut.