Im Jahre 2016 leben über die Hälfte der Menschen in Städten. Damit bewohnen die Erdlinge erstmals in der Geschichte in ihrer Mehrheit keine kleinen Dörfer, leben nicht mehr als Nomaden in mobilen Eigenheimen, sondern bevölkern urbane Räume. Städte haben Vor- und Nachteile zugleich. Auf der einen Seite lässt sich durch das dichte Zusammenleben der Menschen Infrastruktur und Versorgung verbessern. Auf der anderen Seite führt Verstädterung zu Wohnraumverdichtung, Wohnungsnot, Umweltverschmutzung. Städte absorbieren weitaus mehr Ressourcen, als das Land. Zugleich fließt wesentlich mehr Geld in die Stadt als auf das Land. Kultur, Verkehr, Internet, medizinische Versorgung oder Elektrizität all das gibt es vor allem in den Städten. Dadurch werden die urbanen Räume zu Magneten. Noch immer ziehen mehr Menschen vom Land in die Städte, als von den Städten aufs Land. Das gilt für den Norden und den Süden gleichermaßen.

El Alto – Berlin, die Begegnnung zweier Städte

Im Herbst fand in Berlin eine Begegnung zweier Städte statt. Genauer gesagt begegneten sich Kinder und Jugendliche aus El Alto mit Gleichaltrigen aus Berlin. Das Jugendensemble des bolivianischen Theaters Teatro Trono zeigten ihr Stück ›Arriba El Alto‹, das vom Aufstieg der Stadt El Alto erzählt. El Alto und Berlin scheinen auf den ersten Blick kaum vergleichbar, aber in der Begegnung zeigte sich: auch wenn El Alto erst vor etwas über 50 Jahren entstand und erst seit 1985 eine unabhängige Stadt ist, und Berlin 2017 sein 770-jähriges Bestehen feiern kann, so gibt es doch viele Parallelen. Die Probleme der Urbanität, wie oben aufgezeigt, gelten, wenn auch in unterschiedlicher Stärke, letztenendes für beide Städte

Filmisch festgehaltene Endrücke der Begegnung im Herbst 2015 from COMPA Berlin on Vimeo.


Stadt und globale Entwicklung als Thema im Unterricht

In den neuen, nachhaltigen Entwicklungszielen, die 2015 festgelegt wurden, wird die städtische Entwicklung im Ziel Nr. 11 in den Blick genommen dort heißt es: Städte sollen inklusiv, sicher und nachhaltig gestaltet werden. Das gilt sowohl in Berlin, wo steigende Mieten einen immer größeren Teil der Menschen an der Teilhabe ausschließt, als auch für El Alto. Die Stadt hat durch sein rasantes Wachstum ein riesen Defizit in der Infrastruktur.

Entwicklungsziel Nr 11

Die Beschäftigung mit dem Leben in der Stadt, die Reflexion über das Leben in der Stadt, das Erlernen von Partizipation, die Vermittlung von Wissen über nachhaltige Formen des Lebens, sind pädagogische Aufgaben. Es ist notwendig zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungszielen pädagogische Konzepte zu entwickeln und zu erproben. Diese Webseite gibt Lehrer*innen und Pädagogen*innen Anregungen, mit dem Thema Stadt im Unterricht und in Projekten zu arbeiten. Zugleich besteht die Möglichkeit, eigene Projekte auf diesem Blog zu dokumentieren und uns ein Feed Back zu geben, damit wir das Angebot auf diesem Blog weiterentwickeln können.